FARNET
Fisheries Areas Network

Good Practice Project

Bessere Erhebung von Daten über Salzgehalt und Temperatur zur Optimierung der Austernzucht

Country:
Region: 
Eine Hochfrequenzboje soll den Austernfischern der südlichen Bretagne neue Erkenntnisse über das Bodenleben der Europäischen Auster geben, die in der regionalen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt.

Description

Bei der Europäischen Auster geben die männlichen Exemplare ihr Sperma ins freie Wasser ab. Die Spermien gelangen mit der Strömung in den Körper der Weibchen und befruchten dort die produzierten Eier. Aus diesen schlüpfen nach zwei bis drei Wochen Larven; sie werden ins Wasser ausgestoßen und treiben dort zwei bis drei Wochen, bevor sie zum Bodenleben übergehen. Die wichtigsten Zuchtregionen für die Europäische Auster in Frankreich sind die Bucht von Brest und die Bucht von Quiberon, beide in der Bretagne. Der Klimawandel und andere vom Menschen verursachte Umwelteinflüsse haben zur Folge, dass die Wildform der Europäischen Auster, deren Laich die wichtigste Grundlage für die Zucht darstellt, zunehmend durch Wasserverschmutzung und hohe Temperaturschwankungen bedroht ist. Somit werden Ablaichprognosen und infolgedessen das Sammeln des Laichs als Zuchtgrundlage immer schwieriger.

An Ort und Stelle durchgeführte Studien des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer sprechen dafür, dass sich Umweltbedingungen wie Temperatur und Salzgehalt unmittelbar auf das Laichverhalten und somit darauf auswirken, wie viele Larven sich an den Meeresgrund heften und wie überlebensfähig sie dort sind. Daraufhin schlug der Regionalausschuss Muschelzucht Südbretagne die Ausbringung einer Hochfrequenzboje zur Erhebung entsprechender Daten vor, auf deren Grundlage sich die Veränderungen des natürlichen Lebensraums der Austern analysieren und der beste Zeitpunkt für die Laichernte bestimmten lassen. In der Folge könnte man den Laich effizienter ernten und den Austernertrag steigern.

Die FLAG Auray-Vannes wirkte an dem Projekt maßgeblich mit, indem sie die Beantragung von CLLD-Fördermitteln unterstützte und die Arbeit der Projektpartner koordinierte. Die Boje ist eine der ersten ihrer Art in Frankreich, doch schon nach den ersten Erfahrungen mit der neuen Technologie haben die Austernzüchter die Erhebung weiterer Daten etwa über Chlorophyll und Schadstoffe ins Auge gefasst.

Results: 

Die Boje wurde im September 2018 in einem Austernzuchtbetrieb in der Bucht von Quiberon zu Wasser gelassen. Von ihr geht so gut wie keine Umweltbeeinträchtigung aus, weil auf dem unter ihr gelegenen Meeresboden ohnehin schon Muscheln gezüchtet werden. Die Boje misst alle 20 Minuten die Temperatur und den Salzgehalt des Wassers und übermittelt die entsprechenden Daten zwei Mal täglich an eine Online-Plattform. Die Daten stehen sowohl allen Austernzüchtern als auch den am Projekt beteiligten Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Grafisch aufbereitet bilden sie die Grundlage zur Erstellung von Modellrechnungen und zur Erweiterung des Umweltwissens.

Die Datenerhebung erfolgte über einen Zeitraum von dreißig Monaten. Es zeigte sich, dass der Salzgehalt des Meeres sinkt, wenn nach Regenfällen mehr Wasser über die Flüsse ins Meer gelangt. Die entsprechenden Daten fließen in regionale Projekte wie etwa FOREVER (Ansiedlung und Zucht der Europäischen Auster) ein. Das aus dem EMFF-Programm zur Förderung von Innovationen in der Aquakultur finanzierte Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren ausgelegt und soll den Bestand der Europäischen Auster in der Bretagne wiederaufbauen helfen.

Transferability: 

Voraussetzung für ein Projekt dieser Art ist ein gutes Verhältnis zwischen Fisch- und Muschelzüchtern und der Forschung. Da die eine Seite für die Wartung der Messgeräte und die andere für die Auswertung der Messdaten zuständig ist, müssen die erhobenen Daten für alle Projektpartner von Nutzen sein. Die erhobenen Daten können sowohl als Mittel für mehr Umweltschutz als auch zur Effizienzsteigerung in der Austernproduktion genutzt werden.

Lessons & contribution to CLLD objectives: 

Erkenntnisse: Soll das Projekt vor Ort wirklich etwas bewirken, müssen sowohl die Instandhaltung der Messgeräte als auch die Datenauswertung langfristig angelegt sein. Alle Beteiligten (Muschelzüchter, Forschungseinrichtungen und Labore) müssen sich darauf einigen, welche Vorgehensweise zum Tragen kommen und welche Daten erhoben werden sollen. Besondere Bedeutung kommt dem Standort der Messgeräte zu, damit die Datenerhebung fehlerfrei und unter minimaler Umweltbelastung erfolgen kann.

Beitrag zu CLLD-Zielen: (c) Aufwertung und Nutzung des Umweltkapitals der Fischerei- und Aquakulturgebiete einschließlich Klimaschutzmaßnahmen.

Funding

Total project cost €17 554
FLAG grant €17 554
  • EU contribution (EMFF): €8 777
  • Public contribution (national): €8 777
Beneficiary contribution €4 388

Project information

Timeframe of implementation From Mar 2018 to Dec 2021
Sea Basins
Type of area
Theme

Beneficiary

Comité Régional Conchylicole de Bretagne Sud

Contact details

FLAG Contacts

Ms. Marion Mazodier
+33 2 22 76 03 59
France
Publication date: 
10/05/2021
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