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Planung der Aktivitäten eines nationalen Fischereinetzwerks

Nationale Netzwerke (NN) spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, FLAG, Akteure des Fischereisektors und nationale und regionale Behörden, die für die lokale Entwicklung der Fischerei zuständig sind, zusammenzubringen. Das lettische NN fördert den Austausch und die Vermittlung von Wissen nicht nur zwischen FLAG, sondern im gesamten Fischereisektor.

Dieses CLLD Beispiel ist auch verfügbar in:

 

 

Das lettische Nationale Netzwerk für die Zusammenarbeit im Fischereisektor kann ein breiteres Tätigkeitsspektrum vorweisen als die meisten anderen NN. Da der Fischerei- und Aquakultursektor in Lettland recht zersplittert und isoliert ist, bringt das Netzwerk alle Akteure dieser beiden Sektoren sowie die sechs lettischen FLAG zusammen. Wesentliche Ziele des NN sind dabei die Intensivierung der Verbindungen zwischen den Akteuren des Fischereisektors, die Verbesserung der Kommunikation sowie die Förderung bewährter Praktiken und der Entwicklung von Fischereigebieten.

Das Sekretariat des NN befindet sich im lettischen Beratungs- und Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung BERAS (die Einrichtung, die auch das Nationale Netzwerk für den ländlichen Raum betreibt). Seine Tätigkeiten basieren auf einem globalen Aktionsplan für den Zeitraum 2015-2020 und den jährlichen Arbeitsplänen, die den Bedürfnissen der Akteure im Fischereisektor sowie ihren Vorschlägen Rechnung trägt. Zu den Prioritäten des NN gehören:

- Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Fischereisektors: Hierzu gehört beispielsweise die Organisation von Seminaren und Studienbesuchen in Lettland und im Ausland, um die Kapazitäten der Akteure des Fischereisektors aufzubauen und den Austausch von Erfahrungen zu erleichtern;

- Geschäftsentwicklung, darunter eine Diversifizierung in den Küstengebieten und eine Entwicklung der Aquakultur im Binnenland; die Experten des NN bieten Unterstützung und Beratung (ein Experte für den Bereich Aquakultur und zehn Experten für die Entwicklung von Küstenfischereigebieten); das NN unterstützt junge Menschen bei der Entwicklung von Geschäftsprojekten im Fischerei- und Aquakultursektor;

- Förderung von Fischerei und Aquakultur, z.B. durch die Organisation einer jährlich stattfindenden Konferenz, Publikationen und den Kapazitätsaufbau für NRO und staatliche Einrichtungen im Bereich der Fischerei.

Das NN pflegt regelmäßige Kontakte mit den Akteuren des Fischereisektors und analysiert fortlaufend deren Bedürfnisse (z.B. durch einen jährlichen Fragebogen, der vor Ausarbeitung der jährlichen Arbeitspläne allen in der Datenbank befindlichen Kontakten zugesandt wird). Das NN reicht die jährlichen Arbeitspläne bei der Verwaltungsbehörde zur Genehmigung ein und legt vierteljährlich Monitoringberichte vor. Außerdem nimmt es Bewertungen und Selbstbewertungen vor.

  • Wichtigste Ergebnisse: Innerhalb von sieben Jahren ist es dem NN gelungen, Vertrauen aufzubauen, im traditionell isolierten Fischerei- und Aquakultursektor Synergien zu schaffen und dort auch neue Fertigkeiten und Erfahrungen zu vermitteln. Dadurch, dass es seine Mitglieder in Entscheidungsprozesse mit einbezieht und ihnen bedarfsgerechte Unterstützung bietet, hat das NN den Ruf erlangt, bei der Entwicklung der Küstengebiete ein vertrauenswürdiger und anerkannter Partner zu sein. Durch diese Unterstützung sind die Akteure des Fischereisektors in der Lage, am politischen Dialog teilzunehmen.

  • Übertragbarkeit: Die meisten Nationalen Netzwerke arbeiten nur mit FLAG zusammen. Das Beispiel aus Lettland zeigt, wie ein NN auch andere Akteure des Fischereisektors erreichen kann. Es zeigt des Weiteren, welche Anstrengungen und Ressourcen erforderlich sind, um ein solches System zu schaffen.

  • Schlussfolgerungen: Das NN konnte seine Ergebnisse durch seinen partizipativen Ansatz sowie durch die Einbindung seiner Mitglieder in die Entwicklung des Fischereisektors verbessern. Der Prozess ist zeitaufwendig und erfordert intensive direkte Kontakte mit den Akteuren.

Ressourcen

Qualifikationen: Gute Kenntnisse über den Fischerei- und Aquakultursektor, gute Kommunikationsfertigkeiten und Moderationstechniken

Personalressourcen: 3 Vollzeit-Arbeitskräfte im Sekretariat des NN und 10 lokale Experten vor Ort

Finanzielle Mittel: €2.500.000 für die Dauer des EMFF (€500.000 für das Sekretariat des NN und €2.000.000 für die Umsetzung des Plans). Das Nationale Netzwerk wird über die technische Hilfe des EMFF finanziert.


Zusammenfassung und Kontaktinformationen

Zeitrahmen: Fortlaufender Prozess

Zeitpunkt der Fallstudie: November 2016

Art der Einrichtung als Projektträger des Konzepts: Nationales Netzwerk
Edgars Linde
Edgars.Linde (at) llkc.lv
+371 29139027


Schlüsselwörter: nationale Netzwerke, Stärkung des Fischereisektors, bedarfsgerechte Unterstützung